Top Ten der 'Limited Edition'-Fahrzeuge
Bentley Brooklands
In den letzten Jahren hat bei Bentley nur die neue Continental GT-Familie für Schlagzeilen gesorgt – dabei kann Bentley immer noch wunderbare Fahrzeuge bauen, deren Wurzeln aus der Zeit vor der GT-Ära datieren. In Genf haben sie sich eindrucksvoll mit dem atemberaubenden neuen Bentley Brooklands zurückgemeldet. Seinen Namen und seine Inspiration verdankt er den Errungenschaften der 'Bentley-Boys', die in den zwanziger und dreißiger Jahren in Brooklands Rennen gefahren sind. Er wird vom stärksten V8-Motor angetrieben, den Bentley je konzipiert hat. Die Produktion ist auf 500 Fahrzeuge beschränkt. Der Brooklands ist ein zweitüriges, viersitziges Coupé der absoluten Luxusklasse in klassischer Linienführung und serienmäßig mit 22-Zoll-Rädern ausgestattet. Er sieht auf solide, muskulöse Weise absolut atemberaubend aus und vermittelt so eine Art "Hoppla, jetzt komm ich"-Gefühl. Aber die großen Bentleys glänzen auch weiterhin durch ihre Leistung: 6,75 Liter, Twin-Turbocharger, 530 PS und ein Drehmoment von 1050 Nm ermöglichen auch einem Fahrzeug, dessen Größe sich durchaus mit einem kleinen Apartment vergleichen ließe, eine kraftvolle Leistung – nicht, dass man bei den traditionelleren Fahrzeugen von Bentley über so etwas Profanes wie Zahlen reden müsste. Aber sehen Sie selbst, dann wissen Sie Bescheid.
Spyker C12 Zagato
Der Name Spyker ist fast genauso alt wie die Automobilindustrie selbst. Nachdem in den letzten Jahrzehnten nichts von Spyker zu hören war, hat sich das Unternehmen vor ein paar Jahren zurückgemeldet und seitdem eine Reihe von gelungenen und sehr schnellen straßengängigen Sportwagen präsentiert, die auch im Langstrecken-Rennsport überzeugen konnten – und jetzt ist Spyker sogar in der F1 angekommen. Aber in Genf stellen sie ihren Newcomer für die Straße vor und verbinden Spyker dabei im Spyker C12 Zagato mit einem weiteren berühmten Namen. Die Konstruktion von Spyker in Verbindung mit dem Design von Zagato hat eine wunderschöne neue Form auf der bewährten C12-Spaceframe-Karosserie hervorgebracht. Der Spyker C12 Zagato ist mit einer 500-PS-Version des kraftvollen 6-Liter-W14-Motors der VW/Audi Group ausgestattet, der auf der Zwischenachse montiert ist und die Hinterräder antreibt. Mit 310 km/h und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden hat sich ein Wagen mit exquisiten Designdetails seinen Platz in den Top Ten wahrlich verdient.
Lotus 2-Eleven
Der klassische Lotus Eleven war einer der erfolgreichsten Sportrennwagen seiner Zeit, also in den späten fünfziger Jahren, als Lotus noch in den Kinderschuhen steckte. Aber der aufregende 2-Eleven sieht ebenfalls sehr viel versprechend aus. Ganz so, wie sich das für einen Wagen in der Tradition des Firmengründers von Lotus, Colin Chapman, gehört. Seine Philosophie "Leistung durch Leichtgewicht" ist unerschütterlich. Der 2-Eleven wurde von Lotus Sport, der hausinternen Abteilung für besonders dynamische Rennwagen, entwickelt und ist mehr für den Trackday-Einsatz als für den richtigen Rennbetrieb gedacht. Der neue 2-Eleven ist ein kompromissloser offener Zweisitzer ohne Schnickschnack im klassischen Sportwagensegment. Er hat ein Leergewicht von 745 kg und erreicht mit seinem 1,8-l-Vierzylinderkompressor eine Geschwindigkeit von 252 PS. Damit liegt das Verhältnis von Leistung zu Gewicht eher auf dem Niveau eines Formel-1-Rennwagens aus den sechziger Jahren als auf dem des klassischen Eleven-Sportrennwagens. Und Sie können davon ausgehen, dass das unnachahmliche Handling dieser Tatsache sicherlich Rechnung trägt. Im Handling bleibt Lotus weiterhin unerreicht. Sehen Sie sich den Wagen doch an – er ist einfach atemberaubend.
Koenigsegg CCX
Vor zwei Jahren trumpfte die schwedische Supersportwagenschmiede Koenigsegg in Genf mit einem Wagen auf, an dem noch der Dreck klebte, nachdem die Schweden auf dem riesigen Nardo-Hochgeschwindigkeitsoval mit 388 km/h den Geschwindigkeitsweltrekord für Serienfahrzeuge aufgestellt hatten. Es handelte sich um einen speziell aufbereiteten CCR, das damalige Koenigsegg-Serienfahrzeug. Jetzt kommt der CCX, bei dem es sich prinzipiell um eine Weiterentwicklung des CCR handelt (dabei geht es vor allem um die Anpassung an die US-amerikanischen Gesetze) - der mächtigste Supersportwagen, der in den riesigen Genfer Hallen zu finden ist. Mit seiner glatten Hülle und den Flügeltüren bietet der erstaunlich kompakte Kraftprotz etwas für das Auge, und unter der Oberfläche ähnelt er mehr einem Rennwagen als einem Straßenfahrzeug, so exotisch er auch aussehen mag. Er besteht aus einem Kohlefaser-Monocoque mit Spaceframe-Zusätzen, und wird von einem beeindruckenden Twin-Supercharged 4,7-Liter-Kompressor-V8 angetrieben, der es wie der Rekordwagen CCR auf 806 PS und in diesem Fall auf ein maximales Drehmoment von 919 Nm bringt. Die Kraft des Achtzylinders wird über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder übertragen – nur etwas für gewiefte Fahrer. Da sein Gewicht unter 1200 kg liegt, wird die Leistung kein Problem sein. Das bedeutet von 0 auf 100 km/h in 3,2 Sekunden und von 0 auf 160 km/h in kaum mehr als der doppelten Zeit. Mehr muss man nicht wissen.
Brabus Rocket V12 S Biturbo
Wenn Sie viele Anbieter auf kleinem Raum suchen, werden Sie in Halle 2 fündig, in der Sonderhersteller wie Eisenbahnwaggons in einem Kreis aneinandergereiht sind, umgeben von den herkömmlichen etablierten Namen, die ihre eigenen bodenständigen Modelle präsentieren. Brabus schert sich jedoch kaum um bodenständige Konzepte, und präsentiert in diesem Jahr ein wahrhaft ungezähmtes Modell. Und zwar den Brabus Rocket V12 S Biturbo, einst ein bescheidener Mercedes-Benz CLS500, bevor der deutsche Fahrzeug-Tuner auf den 4,9-Liter-Twinturbo-V12 losgelassen wurde, um nicht weniger als 730 PS, ein Spitzendrehmoment von 1320 Nm und eine Beschleunigung von 0 auf 200 km/h in 10,5 Sekunden aus ihm herauszuholen. Gemäß dem Zertifikat des Nardo Speedbowl wurde eine Maximalgeschwindigkeit von 365,7 km/h verzeichnet, ein durchaus spektakuläres Ergebnis für einen Wagen, der ursprünglich als großes und luxuriöses Coupé herausgebracht wurde. Und das komplett in Anthrazitfarben – ein Augenzwinkern, und man hat ihn schon verpasst.
KTM X-Bow
KTM mag vielleicht ein Newcomer in Vierradbereich sein, doch der größte Motorradhersteller Europas hat sich in Genf bombastisch in Szene gesetzt, mit einem hochtechnischen Sportwagen, der mehr als nur ein paar etablierten Mitgliedern der Rennsportklasse ernsthaft das Fürchten lehren könnte. Beim KTM X-Bow (ausgesprochen wie "Crossbow") handelt es sich um einen fast offenen Zweisitzer mit einer größtenteils aus Kohlefaser gefertigten Karosserie und einem extrem röhrenden Sound aus einem Benzinmotor mit Vierzylinder-FSI-Direkteinspritzer von Audi, bei dem keinerlei Kompromisse eingegangen werden. Und das ist schon fast alles, und es ist nur wenig oder gar nichts am X-Bow zu finden, was nicht der reinen Funktionalität dient, so dass dem Modell mit seinem aggressiven schwarz-/orangefarbenen Grundskelett eine fantastische Optik verliehen wird, bei der keine halben Sachen gemacht werden. Ausgangspunkt sind 220 PS und etwa 700 kg bei einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden, doch wenn Sie mehr Leistung wünschen, brauchen Sie es nur zu sagen. Der X-Bow erinnert an ein sehr ernst zu nehmendes Spielzeug für große Jungs …
Lamborghini Gallardo Superleggera
Superleggera? Das ist Italienisch und bedeutet "superleicht" – ein Begriff, der früher für einige klassische Sportwagen in Bezug auf die extrem leichte Karosserie verwendet wurde, die aus einem Geflecht aus dünnen, leichten Röhren bestand. Beim Gallardo bedeutet es weitere 10 PS und 100 kg weniger auf der Waage, um den "sportlichsten und 'spartanischsten' Gallardo überhaupt" herzustellen. Dem Verhältnis von Leistung zu Gewicht von nur 2,5 kg/PS ist auch kaum etwas entgegenzusetzen, vor allem wenn noch dazu die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 3,8 Sekunden herangezogen wird – 0,2 Sekunden schneller als beim Standardfahrzeug. Im Superleggera bringt es der erstklassige 5-Liter-V10-Motor auf eine Leistung von 530 PS, und mit seiner neuen Aufmachung einschließlich mehrerer leichtgewichtiger Verbundstoffelemente und sogar Polycarbonatfenstern wurde sein Leergewicht gemäß der europäischen Spezifikationen auf 1330 kg gedrückt. Und wie schon jedes Kind im Physikunterricht lernt: Große Kraft und ein geringes Gewicht führen zu einer enormen Leistung.
Morgan Aeromax
Der Morgan Aeromax erschien im letzten Jahr als Konzeptstudie, die auf einem Entwurf eines jungen Designstudenten für eine Coupé-Version des Aero 8 mit BMW-Motor basierte und Designmerkmale von einigen klassischen Coupés übernahm, deren große Zeit zumeist 80 Jahre zurückliegt. Und jetzt wird er gebaut, und zwar nur in sehr geringer Stückzahl, die bereits in dem Moment komplett vorbestellt war, in dem die Meldung dazu veröffentlicht wurde. Das ist in der Tat beeindruckend, und mit dem mechanischen Grundgerüst des mächtigen Aero 8 kommt er auch auf eine enorme Leistung. Es wird vor allem davor gewarnt, sich von der eigenwilligen, karikierenden Retro-Optik täuschen zu lassen: An der Leistung des Aeromax ist rein gar nichts altmodisch. Die vollständig aus Aluminium gefertigte Karosserie ist leicht und extrem stabil, und der 4,4-Liter-BMW-V8 ist mit etwa 330 PS im einfachsten Modell in Form eines Morgan äußerst leistungsstark. So braucht er für die Beschleunigung auf 100 km/h nur 4,5 Sekunden und bringt es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 257 km/h. Und dabei ist eine Kollision mit anderen Aeromax-Modellen auf der Straße wohl eher unwahrscheinlich.
Aston Martin V8 Vantage N24
An dem Wochenende im Juni letzten Jahres, an dem die DBR9 von Aston Martin in Le Mans an den Start gingen, nahm ein anderer Aston am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. Dabei handelte es sich um ein privates Rennen entsprechend dem Reglement des Nürburgring-Rennens, auch wenn Mitarbeiter des Unternehmens, darunter auch Aston Martin-Vorstand Dr. Bez, das Auto in ihrer Freizeit zusammengebaut und das Team gebildet haben. Sie fuhren das Rennen bis zum Ende durch und schafften eine recht ordentliche Platzierung – das Ziel war damit also erreicht. Doch an diesem Wochenende erkannten sie auch, dass eine Kundenversion dieses Autos – im Prinzip ein veränderter Vantage V8 mit Safety-Kit und einer etwas besseren Leistung – für Wochenend-Rennfahrer äußerst attraktiv sein könnte. Das Ergebnis ist der V8 Vantage N4, der stark an das Fahrzeug vom Nürburgring angelehnt ist und am Stammsitz von Aston in Gaydon handgefertigt wird. Durch die vorgenommenen Änderungen wird das Fahrzeug zuverlässiger und noch leistungsfähiger. Neben der um 30 PS auf 410 PS gesteigerten Motorleistung kommt der V8 Vantage N4 mit Sechsgang-Schaltgetriebe mit Rennkupplung, verbesserter Radaufhängung, größer ausgelegten Bremsen, Rennfelgen und speziellen Reifen sowie einer abgespeckten Innenraumausstattung daher. Das ideale Auto für Freizeit-Rennfahrer. Die Marke Aston hält, was sie verspricht.
Alfa Romeo 8C Competizione
Es lag sicher nicht nur an den äußerst attraktiven Hostessen beim Stand von Alfa Romeo – es schien, als ob während der Pressetage auf dem Genfer Automobilsalon um den sensationell gut aussehenden 8C Competizione in Schwarz und Silber mehr Gedränge herrschte als anderswo. Wer darin Platz nehmen wollte, musste viel Ausdauer mitbringen. Und nun geht der 8C Competizione limitiert in Serie. Mit diesem wunderbaren Auto erhält Alfa ein Flaggschiff, das der Tradition des italienischen Autobauers würdig ist. Nicht nur beim Anblick gerät man ins Schwärmen – er verspricht auch zuverlässig zu sein. Der Charakter dieses Fahrzeugs spricht genau die an, die sich abheben möchten, ohne exzentrisch zu wirken. Die feinen Kurven und dramatischen Proportionen wurden im firmeninternen Alfa Centro Stile in der Nähe von Mailand entworfen. Das Design umfasst eindeutig moderne Elemente, erinnert aber gleichzeitig an große Alfa-Motorsportklassiker der Vergangenheit. Und die Leistung steht der Optik in nichts nach: 450 PS und ein Drehmoment von 470 Nm aus dem 4,7-Liter-V8-Alumotor mit vier Nockenwellen. Damit erreicht der 8C Competizione eine Spitzengeschwindigkeit von 306 km/h und beschleunigt in weniger als 4,5 Sekunden von Null auf Hundert. Die tadellos gekleideten Italiener, die sich in Genf anstellten, um auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen, haben sicher als Erste bemerkt, dass dieses Automobil etwas ganz besonderes ist.










