Peugeot mit Bodenhaftung
Für seine Verhältnisse – normalerweise stellt Peugeot eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte vor – war der diesjährige Auftritt des französischen Autobauers auf dem Genfer Automobilsalon eher unspektakulär. Die vorgestellten Modelle sind vergleichsweise seriös, wenn man bedenkt, dass Peugeot bereits mit Designstudien für einen Einsitzer auf drei Rädern und extravaganten Feuerwehrfahrzeugen Furore machte.
Es ist etwas ruhiger, weil der serienreife 207 CC die Nachfolge des 206 Coupé-Cabrios antritt. Dafür zeigt der zentrale 207 SW Outdoor Concept, in welche Richtung die zukünftigen Serienmodelle gehen werden – mit derselben Gewissheit wie auch das Verschwinden des Feuerwehrfahrzeugs sicher war.
Der 207 CC ist bereits da und enttäuscht die Erwartungen nicht. Der SW Outdoor macht deutlich, dass Peugeot in die Nische der kompakten Geländewagen vorstoßen will. Dazu passt auch Peugeots neuer SW Kombi, wobei bald ein Standard-SW als eigenständiges Modell angeboten wird.
Der Outdoor mag ein Extrem des SW sein und als Concept Car ist er relativ auffällig mit seinen etwas zu sehr glänzenden Verkleidungen und den seltsam fluoreszierenden orangefarbenen Dachschienen aus Plastik. Doch davon abgesehen sind Form und Charakter äußerst ausgereift. Wenn das Modell in Serie geht (daran besteht kein Zweifel), werden die etwas zu große Bodenfreiheit und die auffällige Karosserie dezenter ausfallen. Am Format des aktiven Lifestyle wird sich jedoch nichts ändern, d. h. das große Panorama-Dach bleibt sicherlich.
Auf der Suche nach neuen Nischen verspricht der serienreife 4007 (vergleichbar mit dem Citroen C-Crosser; beide basieren auf dem neuen Mitsubishi Outlander) Platz für bis zu sieben Personen, einen 2,2-Liter-Dieselmotor und optionalen Allradantrieb – und er lässt nicht mehr lange auf sich warten.
Die Farbe des Serienmodells ist noch nicht einmal trocken, schon präsentiert Peugeot ein Concept Car des 4007, dessen Name Fragen aufwirft.
Der Name bezieht sich auf den exklusiven Londoner Jagdmodenhersteller Holland & Holland. Auf die Idee, diesen Namen zu verwenden, kam das ehemals für den Bereich "Innovation und Stil" verantwortliche Peugeot-Vorstandsmitglied Robert Peugeot, der seit langem ein begeisterter Jäger ist. Die Philosophie des Londoner Unternehmens passt perfekt zu dem Luxus-Konzept von Peugeot, das nostalgische Erinnerungen an ein Wochenende auf dem Land und die zu Jagdausflügen verwendeten geländegängigen Fahrzeuge weckt.
Die Marke Holland & Holland ist allen ein Begriff, die ohne mit der Wimper zu zucken, einen sechsstelligen Betrag für ein Jagdgewehr ausgeben können. Das Sortiment des Unternehmens umfasst jedoch auch Kleidung für den gehobenen Geschmack zu moderateren Preisen.
Der Perlmutt-Farbton "Hagénias Bronze", in dem die Karosserie lackiert ist, ist ein wunderschönes olivgrün, und durch die getönten Scheiben erscheint die Lederausstattung "Ebony and Chartreuse Green" im Farbton von hellen Mooralgen und Treibholz.
Der Anblick dieses Fahrzeugs lässt das Herz höher schlagen. Ein von Ridley Scott gestaltetes Feuerwehrfahrzeug oder ein Trike können da nicht mithalten...






