GM fördert die Energievielfalt
Rick Wagoner, CEO von GM, hat bekannt gegeben, dass 2006 in Europa ein gutes Jahr für das Unternehmen gewesen sei und dies auch nötig gewesen sei. Des Weiteren erläuterte er, dass GM fest davon überzeugt ist, dass Erdöl den weltweiten Energiebedarf im Automobilbereich nicht mehr lange allein decken kann. Er sieht darin eine Herausforderung und eine Chance – eine Chance, die, wenn man den Genfer Automobilsalon als Maßstab nehmen kann, die aktuelle Produktstrategie von GM im hohen Maße unterstützt, besonders in Europa.
Laut Rick Wagoner liegt der Schlüssel in der Energievielfalt, im Angebot verschiedener Energiequellen – mal eine Quelle, mal eine Kombination aus mehreren Quellen, aber alle mit dem Ziel, die CO2-Emissionen zu reduzieren, wobei Automobilhersteller, Kraftstofflieferanten, Regierungen und Verbraucher Hand in Hand agieren. GM hat sich daher in der letzten Zeit auf eine Vielfalt von Technologien konzentriert, von Elektro- und Hybridsystemen bis zu Flüssiggas-Biokraftstoffen und Brennstoffzellen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei verstärkt auf Diesellösungen für kleinere Fahrzeuge. Kurz gesagt, GM sucht nach Möglichkeiten, Benzin durch Alternativen zu ersetzen.
Das e-Flex-Programm, das bei Volt in Detroit Schlagzeilen macht, sieht einen Elektroantrieb vor, der seine Energie jedoch aus verschiedenen Quellen bezieht, die von Wasserstoff bis Windenergie reichen (daher die Bezeichnung Flex). Viele sind von Bioethanol überzeugt. Die Nachfrage für diesen alternativen Kraftstoff verzeichnet derzeit weltweit das größte Wachstum (und das manchmal auch im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich in Form von Biomasse). Die Saab BioPower-Initiative, hier durch die 9.3 BioPower-Familie erweitert, arbeitet daher daran, die 100-prozentige Biotauglichkeit eines jeden Saab zu gewährleisten.
Daneben erfreut sich jedoch auch Diesel neuer Beliebtheit. Eine neue Familie von V6-Dieselmotoren ermögliche einen CO2-Vorteil von 25 % gegenüber einem vergleichbaren Benzinmotor.
Dass sie es ernst meinen, zeigt sich daran, dass nach Einführung des hier gezeigten neuen Cadillac CTS mit Benzinmotor in der zweiten Jahreshälfte auch eine 250 PS starke Version mit 3-Liter-V6-Diesel erhältlich sein wird. Dieses Fahrzeug stellt eine weitere Waffe im Arsenal gegen die Premiummarken in Europa dar, wo bisher noch nicht so richtig Fuß gefasst werden konnte. Der neue CTS zeichnet sich jedoch auch durch eine auffallend verbesserte Designqualität des Innenraums aus, bisher immer ein Schwachpunkt. Aber so langsam wird auch in diesem Bereich Boden gewonnen.
Carl Peter Forster, President von GM Europe, hat außerdem bekräftigt, dass GM es mit dem "kontinuierlichen Vordringen der amerikanischen GM-Marken nach Europa" sehr ernst meint. Sie können sich also nicht nur auf verbesserte Innenräume freuen, sondern auch auf die Optionen für den Allradantrieb, die Benzinmotoren mit Direkteinspritzung und deutlich verbesserte Dieselmotoren mit bis zu acht separaten Einspritzphasen pro Verbrennungsvorgang. Damit soll "die Führungsposition des Unternehmens in den Bereichen Umweltschutz und Technologie erreicht werden", so Carl Peter Forster. Aber darüber hinaus spürt man bei GM auch die Dringlichkeit dieser Aspekte.
Aber auch diejenigen, die sich einfach nur amüsieren möchten, und die junge Klientel kommen natürlich auf ihre Kosten. Chevrolet hat 2006 in Europa 340.000 Fahrzeuge verkauft, und die Verkaufszahlen gehen nach einem vorsichtigen Rebranding weiter nach oben. Der HHR, der hier präsentiert wurde, kann mit seiner Flippigkeit sicher dazu beitragen, wie das bei Chrysler mit dem Cruiser kurzzeitig der Fall war. Aber hier geht es nicht nur um Augenwischerei, der Innenraum sieht wirklich sehr vielseitig aus – genau das Richtige für das aktive Publikum.
Der mit 192 PS schnellste Corsa aller Zeiten, der je nach Markt den Namen VXR oder OPC trägt, ist eine echte kleine Rakete, die auf dem Nürburgring entwickelt wurde und eine 'Overboost'-Turbofunktion aufweist, die "süchtig macht", so der zweifache Le Mans-Gewinner Manuel Reuter.
Der bereits beschriebene GTC Concept zeigt einen Ausblick auf "das nächste Kapitel in der Designsprache von GM". Und wenn dem tatsächlich so ist, dann besteht noch Hoffnung.



