Das neue Chrysler-Trio
Man weiß, worum es geht, wenn der Chrysler-Chef seine Rede mit dem Hinweis auf den Recovery-Plan eröffnet und beteuert, dass der Zeitplan eingehalten wird. Es ist klar, dass ein zentraler Punkt des Chrysler-Plans der europäische Markt ist, in dem Chrysler im letzten Jahr Zuwächse verzeichnen konnte.
Aber im Vergleich zu den guten alten Zeiten hält sich die Begeisterung für Chrysler in Grenzen. Man bekommt das Gefühl, dass sich das Unternehmen lediglich über Wasser halten will, bis das Rettungsboot kommt. Aber immerhin schwimmt Chrysler noch, und in Genf zeigte sich bei den einzelnen Produktreihen der Marke so manche Neuerung.
Mit dem neuen Sebring Cabrio, das möglicherweise einen mühsamen Kampf vor sich hat, zeigte Chrysler zunächst seine eigene Neuerung. Als Cabrio mit einem festen Dach hat sich der Sebring in Europa nie durchgesetzt, und in den USA ist er ungefähr so erfolgreich wie ein Film, der nie in die Kinos kommt. Viele der Fahrzeuge landeten eher in der Autovermietung am Flughafen als in der privaten Garage.
Aber immerhin verkaufen sie sich. Das Viersitzer-Sebring-Cabrio zeigte bei der Vorstellung in Genf neue Kaufanreize – vor allem natürlich das feste Klappdach, aber auch die Wahlmöglichkeit zwischen dem 2-Liter-Turbodiesel und dem 2,7-Liter-V6-Benziner sowie das Steuer auf der rechten Seite. Der Wagen wird also nicht aufregender, aber er bietet einige echte Alternativen. Leider ist der Markt hart umkämpft.
Auch der Jeep ist in Europa keine Neuigkeit mehr, und obwohl es sich bei den Jeeps allgemein um solide Zweckfahrzeuge handelt, von denen anfänglich 2005 nur zwei Modelle und Ende 2006 bereits sechs Modelle zur Wahl standen, erregt diese Marke kein Aufsehen mehr – das soll sich allerdings mit dem heute präsentierten siebten Modell ändern.
Hier handelt es sich um den völlig neuen Jeep Patriot, der als attraktives Einsteigermodell mit SUV-ähnlicher Flexibilität und den traditionellen 4x4-Fähigkeiten des Jeeps verfügbar ist (jetzt auch mit dem aufwändigen Allradantrieb "Freedom Drive I"). Mit diesem Modell sollen eindeutig die Verkaufszahlen gesteigert werden. Für den europäischen Markt wird der 2,4-Liter-Benzin- und der 2,0-Liter-Turbodieselmotor angeboten. Zu den Sicherheitsfeatures gehört eine elektronische Überschlags-Erkennung, durch die ein weicheres On-Road-Fahrverhalten erzielt wird. Das Design des Jeeps passt auch zum europäischen Fahrer.
Beim Dodge haben wir es mit den zwei Extremen der Designlinie zu tun – sowohl für den serienreifen Avenger als auch für das Demon Roadster-Konzept ist es der erste europäische Auftritt. Der Avenger wird als ein "selbstbewusstes, wertvolles und starkes Fahrzeug des D-Segments" beschrieben. Laut Chrysler bringt der Avenger Fahrspaß für den Fahrer und die Beifahrer. Er steckt voll mit amerikanischem Zubehör - darunter eine Kühlvorrichtung für Getränke. Und das soll den Durchbruch in Europa bringen? Der Avenger sieht klobig aus, aber soll als Retro-Modell an die alten Muscle Cars erinnern. Er ist als Benzin- oder Dieselmodell und mit dem Steuer auf der linken oder rechten Seite erhältlich. Der Käufer hat die Wahl zwischen SE- und SXT-Modellen.
Und während es sich beim Avenger um Chryslers erstes D-Segment-Fahrzeug für Europa handelt, ist das Demon Roadster-Konzept ein neuer Beitrag für ein anderes Segment in Europa. Der kleine, erschwingliche Sportwagen würde sich als Konkurrent des Mazda MX5 gut machen, wenn er irgendwann in Serie geht – was wahrscheinlich ist. Obwohl die Frontpartie besser zu einem Lastwagen passen würde, ist das restliche Design recht gelungen, und der 2,4-Liter-Benzinmotor mit 172 PS lässt den Wagen leistungsmäßig gut aussehen. Bleiben Sie dran.





