SEAT Altea Freetrack Prototype
Wenn man das momentan schwächste Mitglied der VW-Gruppe identifizieren müsste, so führt die Spur zur deutlich angeschlagenen spanischen Niederlassung. Vor noch nicht allzu langer Zeit befand sie sich in weitaus besserer Verfassung. Doch noch gibt man dort die Hoffnung nicht auf.
Was die guten Nachrichten betrifft, so teilte uns SEAT-Präsident Erich Schmitt mit, dass das neue Geschäftsmodell von SEAT vor kurzem angenommen wurde. Die Zukunft der Marke ist also gesichert, es wird ernsthaft in die älteste Marke Spaniens investiert, 450 Millionen Euro pro Jahr für die kommenden Jahre, und es findet 'eine Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften statt, um positive Lösungen zu finden', was das Problem der Autoproduktion in Barcelona angeht.
Aber irgendwie wirkte es ein wenig so, als wollte man den langsamen Statusverlust, den man nicht hatte kommen sehen, durch Aktionismus aufhalten. Wie lautet also die Antwort? Nun, sie spielen noch mit, und sie sagen, dass insbesondere der Altea XL dieses Jahr einen guten Start hatte. Wenn also jeder so denkt, was hätte als SEATs Konzeptstudie für Genf naheliegender sein können als der Prototyp des Altea Freetrack, der unvermeidliche Altea-Crossover, 'eine neue Kreation, die für starke, unverfälschte und lebhafte Naturen entworfen wurde. Für Menschen, die das Abenteuer lieben, Spannung und Leidenschaft.' Oder, wie sie weiter betonen, 'Lassen Sie alle Gefühle frei, fühlen Sie sich sicher und zu allem fähig. Sind Sie bereit, gleichzeitig Leidenschaft und Rausch zu erleben? Der neue SEAT Altea Freetrack Prototype, freuen Sie sich auf ihn'.
Als dann der Schleier gelüftet wurde, war die Luft raus: Es handelt sich um einen weiteren Kompakt-SUV, der nur besonders anders aussieht, weil er eine Fahrhöhe hat, die irgendwo zwischen einem herkömmlichen Geländewagen und einem Monster-Truck liegt, und der zur Präsentation in einem ziemlich auffälligen silbrigen Weiß daherkommt, mit Unmengen an hochpoliertem Chrom, dort wo andere SUVs robustere Materialien haben, etwa an den Türschwellen und den Schutzblechen. Oh, und ein Innenraum aus komplett weißem Leder ist sicher auch genau das Richtige für eine Fahrt durch matschiges Gelände. Etwas uneinheitliche Botschaften also, genau wie die Eröffnungsworte von Präsident Schmitt.
Der Vollständigkeit halber die Kerndaten: Der Wagen hat einen 2-Liter-TFSI-Motor mit 240 PS, ein Sechsgang-Schaltgetriebe, Vierradantrieb und 19-Zoll-Räder. Er verspricht eine vernünftige Geometrie zum Fortkommen auf weichem Untergrund, es wäre aber interessant zu wissen, wie das Verhalten bei normaler Bodenfreiheit und eventuell weniger extremen Rädern aussieht. Kurzum: Es war ein wenig enttäuschend - etwas mehr Biss ist notwendig.


