Peugeot
Der französische Löwe verschaffte sich mit einem lauten und deutlich vernehmbaren Gebrüll in Frankfurt Gehör. Auf dem Messestand mit einer Größe von fast 2.900 Quadratmetern wurden 27 Produktionsmodelle und fünf Konzeptstudien ausgestellt, wenn Sie das im Maßstab von 1:1 vorgestellte Gewinnermodell des Designwettbewerbs von Peugeot mitzählen. Auf diesem Messestand präsentierte sich Peugeot als richtungsweisender und erfolgreicher Hersteller, der eine Millionen Fahrzeuge im ersten halben Jahr von 2007 verkauft hat und hofft, dass das erste hier zu ersten Mal vorgestellte Modell den Umsatz weiter nach oben treibt.
Bei dieser Weltpremiere handelt es sich um den neuen 308, das Nachfolgemodell zum 307, das in einer drei- und fünftürigen Variante vorgestellt wird und sich durch viele Verbesserungen auszeichnet, u. A. eine bessere Gesamtqualität, mehr Bedienkomfort und optimierte Effizienzwerte durch Entwicklungsfortschritte bei Aerodynamik und Antrieb.
Zwei der Konzeptstudien basieren auch auf dem 308. Peugeot feiert das neue Modell und dabei gibt man den Konstrukteuren Gelegenheit, sich mögliche zukünftige Produktionsvarianten vorzustellen. Das erste Modell, der 308 RC Z, beeindruckt dabei am meisten. Der Vergleich mit dem Audi TT drängt sich quasi auf, nicht nur weil es sich um ein kompaktes zweitüriges Coupé handelt, sondern weil die Verwandtschaft auf den ersten Blick zu erahnen ist.
Beim Peugeot handelt es sich jedoch um einen 2+2-Sitzer, während man bei Audi einen reinen Zweisitzer konstruiert hat. Das Modell ist auch etwas extravaganter, wenigstens als Konzeptstudie. Einige Käufer werden genau das mögen und natürlich kann man nicht abstreiten, dass dieses Modell der Blickfang ist, der den gewünschten Haloeffekt für die weniger aufregenden Modelle der 308-Reihe bereitstellt.
Dazu gehört, wenn man ehrlich ist, die andere 308-Konzeptstudie, der 308 SW Prologue. Dabei handelt es sich offensichtlich um eine seriennahe Studie der nächsten Generation der 308-Kombis, die sicherlich gut durchdacht, flexibel und praktisch ist, aber eben kein aufregendes optisches Highlight.
Bei der dritten 308-Studie wird das unausweichliche Thema dieser Woche in Form des 308 Hybrid HDi umgesetzt. Dies ist das erste Auto von Peugeot mit einem Hybrid HDi-Motor, d. h. einem Diesel-Elektro-Motor, das am Ende dieses Jahrzehnts in Produktion gehen soll. Auf dem Messestand von Peugeot können Besucher auch im 308 Hybrid HDi-Simulator das Fahrverhalten des Autos in realistischen Situationen kennen lernen, wie sich der Hybridantrieb an die verschiedenen Ansprüche anpassen lässt und wie viel Kraftstoff man im Vergleich zu einem konventionellen Auto bei gleicher Strecke sparen kann. Für die Zukunft der 308-Reihe stehen außerdem ein weiteres „grünes“ Modell, eine BioFlex-Version für den Einsatz mit Biokraftstoffen, wie E85 Superethanol, eine Biodiesel-Version und eine „120g“, die genau das verspricht, d. h. CO2-Emissionen von nur 120g/km.
Bei den anderen Konzeptstudien handelt es sich um den Flux, der zum ersten Mal als Designstudie in Genf im März vorgestellt und nun in ein naturgetreues Präsentationsmodell umgewandelt wurde. Dieses Modell wurde von einem 20-jährigen Entwickler aus Rumänien, Mihai Panaitescu, entworfen und erscheint auch in virtueller Form in der neuen Version von PGR 4 für Xbox 360. Es wird also viele geben, die diese Modellstudie sehen wollen...
Und schließlich ist da der 908 RC, eine Studie, die mittlerweile recht bekannt ist, da sie bereits vor einem Jahr vorgestellt wurde und ein ähnliches Motorkonzept aufweißt, wie der mittenplatzierte V12 HDi DPFS Dieselmotor des 908 Rennautos, das Juni beim 24-Stundenrennen von einen bemerkenswerten zweiten Platz erzielen konnte - beim 908 RC jedoch mit mehr Sitzen und viel mehr Luxus und Komfort.





