Aston Martin DBS
Es war noch nicht einmal eine Weltpremiere - die fand letzten Monat beim renommierten Pebble Beach Event in Kalifornien statt - aber dennoch hat diese neubelebte britische Marke das Charisma, riesige Mengen Schaulustiger für die erste öffentliche Vorstellung des Aston Martin DBS auf dieser Seite des Atlantiks anzuziehen.
Obwohl die Einführung des DBS zeitgleich mit dem Auslaufen der Vanquish-Produktion verläuft, möchte Aston vermeiden, dass der DBS als Ersatz für dieses wilde Autobiest angesehen wird. Er ist, in ihren Worten, “ein völlig anderes Tier: mit stärkerem Feingefühl, mehr Komfort, höherer Qualität”. Und er soll eine ganz bestimmte und andere Rolle spielen: Als Brücke zwischen der Straßenversion des DB9 und seinem vollblütigen Rennmodell, dem DBR9.
Der DBS basiert auf dem DB9, wurde jedoch gründlich überarbeitet und ist leichter durch die großzügige Verwendung von Kohlefaser-Karrosserieteilen und dem ersten Einsatz von Karbonbremsen in einem Aston Martin Straßenmodell (allein die Bremsen sparen 12,5 kg Gewicht ein). Er ist agiler, mit einem verbreiterten Fahrwerk, aerodynamischen 20 Zoll-Rädern, Spezialreifen von Pirelli, einem neu geformten Stoßfänger, Luftverteiler, Diffusor und einem größeren Spoiler auf dem Kofferraumdeckel. Mit dem 6,0 Liter V12-Motor (517 PS) mit Lufteinlässen mit neuem Profil und weiteren leistungsverstärkenden Verfeinerungen hat der DBS auch mehr Kraft. Selbst das Lenkrad und die Bodenbeläge wurden überarbeitet, die leichten, auf Luftfahrttechnologie basierten Sportsitze aus Kevlar und Kohlefaser gehören zur Sonderausstattung.
Der DBS hat ein etwas ungewöhnliches Anlasssystem: An Stelle eines Schlüssels hat er einen schmuckähnlichen Saphir/Metall-Schlüsselanhänger. Wenn dieser Anhänger in einen Steckplatz im Armaturenbrett gesteckt wird, glüht er rot auf, als betörender Vorgeschmack auf den herrlichen Klang des V12-Motors.
Dem Hersteller zu Folge ist der Wagen “eine verführerische Mischung aus Veredelung und roher Gewalt .. die ultimative Verkörperung der technischen und Entwicklungsfähigkeiten von Aston Martin. Heutzutage sind die Werbeleute einfach zu freizügig mit dem Wort "ultimativ", wenn es um ihr neuestes Produkt geht. Ob der DBS nun wirklich das letzte Wort in den Errungenschaften der Automobilindustrie ist oder nicht, er ist ohne Zweifel ein betäubender Cocktail: reserviert, doch emotional stark, eine rassige und exklusive Mischung aus High-Tech und Tradition, Analog und Digital, Technik und Handwerkskunst, Luxus und gebändigter Aggression. Einfach das ideale Fahrzeug für Mr. Bond - cool, aber nicht kaltblütig.
In Frankfurt wurde auch eine Sonderausgabe der Jaeger LeCoultre AMVOX2 DBS Armbanduhr angekündigt. Sie steht nur für DBS-Besitzer zum Verkauf und enthält einen Transponder zum Aufschließen und Anlassen des Wagens - sehr Bond-mäßig. Mit einem Preis von €22 000 ist es ein teures, aber schwer zu wiederstehendes Zubehör für den €240 000 teuren DBS.
Wenn jedoch der DBS nicht das Richtige für Sie ist, gab es auch noch zwei Sonderversionen auf dem Aston-Stand, die in Betracht kommen könnten.
Der V8 Vantage N400, geringfügig bescheidener, jedoch visuell dem DB9 sehr ähnlich, ist eine aufgerüstete Version des V8 Aston Martins. Der Vantage dient als Erinnerung an die Erfolge des Wagens beim 24-Stunden-Rennen des ADAC am berühmten Nürburgring, wo der N400 vor Kurzem die bedeutende 8 Minuten-Grenze für eine Runde unterboten hat.
Andererseits könnte man aber auch einen noch kompromissloseren Sportwagen haben. Der DB9 LM Coupe basiert auf dem DBR9, hat zusätzliche Gestaltungselemente und ein prägnantes Farb- und Verkleidungsschema und wurde von einem weiteren sportlichen Triumph inspiriert, dem Klassensieg des DBR9’s GT1 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im vergangenen Juni.




